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 Betreff des Beitrags: Ferinject statt Venofer?
BeitragVerfasst: Mo 7. Jul 2008, 17:42 
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Registriert: Mo 10. Jan 2005, 10:18
Beiträge: 1137
Wohnort: Steinach
Um den Patientinnen eine raschere Verabreichung zu ermöglichen wird neu die Umstellung von Venofer-Infusionen auf Ferinject-Kurzinfusionen vorgeschlagen. Ich muss bei einer jungen Patientin, die aus uklaren Gründen orales Eisen zuwenig resorbiert, insgesamt 2000 mg Eisen parenteral substituieren.

Mit Venofer gibt das 4 Infusionen à 3 1/2 h. Ohne das übrige Infusionsmaterial und die Überwachungszeit kostet das Fr. 594.-

Mit Ferinject muss man 2 Kurzinfusionen machen. Ohne Infusionsmaterial und Zeit kostet das Fr. 674.-.

Der Mehrpreis beträgt Fr. 80.- und der Aufschlag 13 %.

Beide Verabreichungen sind kassenpflichtig.


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 Betreff des Beitrags: Unterschiedliches Risikoprofil
BeitragVerfasst: Mi 9. Jul 2008, 09:38 
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Registriert: Mo 7. Jul 2008, 22:20
Beiträge: 9
Wohnort: Zumikon
Ich hatte die ursprüngliche Version Ihres Beitrages gesehen und sofort nachgerechnet, da ich auf mit Ferinject arbeite. Ich bin froh, dass wir nun auf ähnliche Beträge für die Therapie kommen.
Ferinject mag teurer sein, aber so viel ich weiss ist dabei das Risiko für Infusionszwischenfälle, wie anaphylaktische Reaktionen im Vgl. zu Venofer reduziert. Ob dies signifikant ist, weiss ich auch nicht.
Ein weiterer Vorteil von Ferinject sehe ich in der Reduktion der Anzahl nötiger Infusionstherapien für den Patienten. Dies bedeutet eine Zeitersparnis bei höherem Preis.
Ob dies nun Vorteile sind, welche einen Preisaufschlag von über 10% rechtfertigen?


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 Betreff des Beitrags: Eisenmangelkrankheit ohne Anämie?
BeitragVerfasst: Mi 9. Jul 2008, 12:06 
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Registriert: Mo 10. Jan 2005, 10:18
Beiträge: 1137
Wohnort: Steinach
Vielen Dank für Ihren Kommentar, lieber Kollege Katzenfuss

Ich hab beim Nachsehen nicht gemerkt, dass in einer Packung 5 Stechampullen sind, deswegen bin ich auf den zu hohen Preis gekommen. Natürlich muss man neben den Kosten auch die Zeitersparnis für die meist arbeitstätigen Patientinnen sehen. Schliesslich ist ja die Eisensubstitution bei Resorptionsproblemen ein Langzeitprojekt. Wenn man dann die Anzahl Injektionen pro Zeit reduzieren kann, schont man auch die Venen.

Eisenmangelkrankheit ohne Anämie?

Wichtiger als die Wahl zwischen Venofer und Ferinject scheint mir aber zu sein, ob jemand bei der stark propagierten Speichereisenmangel-Krankheitswelle aktiv mitmacht oder nicht. Frauen, die sich müde fühlen, Schlafstörungen haben, Migräne, frieren, depressiv sind haben im Labor häufig bei tiefnormalem MCV und Eisenspiegel ein hochnormales oder leicht erhöhtes Transferrin und ein tiefnormales Ferritin. Verschiedene Spezialisten dieser neuen "Krankheit" propagieren, dass das Ferritin 50 ug/L übersteigen müsse, um einen Mangel sicher auszuschliessen und empfehlen dann die probatorische intravenöse (!) Eisengabe, obwohl man mit peroralem Eisen und Ernährungsempfehlungen das gleiche erreichen könnte.

Viele Patientinnen fühlen sich nach einer solchen Behandlung angeblich besser und lassen sich regelmässig das Ferritin messen, um den Zeitpunkt der nächsten Infusion nicht zu verpassen.

Das Problem ist, dass mindestens 10 % der weiblichen Bevölkerung unseres Landes diese Kritierien erfüllen würde und wir vor einer unerhöhrten Kostenlawine stünden, wenn man hier unkritisch tätig wird. Auch sind diese Beschwerden häufig nicht nur für das genannte Eisenproblem charakteristisch, sondern auch für andere schlecht definierte Befindlichkeitsstörungen wie depressive Verstimmung, chronique fatique syndrome, prämenstruelles Syndrom, Vit. D-Mangel, restless legs syndrome etc.


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 Betreff des Beitrags: parenterale Eisensubstitution
BeitragVerfasst: Di 25. Nov 2008, 21:06 
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Registriert: Do 12. Jan 2006, 12:17
Beiträge: 72
Wohnort: Beringen
Ein Vorteil von Ferinject ist, dass die Patient(innen) nur ein- oder zweimal kommen müssen, was unsere Patienten auf dem Lande schätzen. Ich kann da vergleichen mit Patientinnen, die zur Substitution von 1000 mg fünfmal nach Zürich reisen mussten; jedesmal wurde wohl auch das Anlegen einer Infusion durch den Arzt, etc. etc. verrechnet.
Lieber Gruss Martin Bösch


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