Analogiepositionen für MPA-Leistungen im TARMED-Tarif

Artikel der Zeitschrift "Primary and Hospital Care" können nun direkt dort diskutiert werden.

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Lüthi
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Analogiepositionen für MPA-Leistungen im TARMED-Tarif

Beitrag von Lüthi » Do 13. Dez 2012, 16:21

Im Artikel "Empowerment für MPAs" in derl letzten Ausgabe von Primary Care wird ausgeführt:
Die Frage der Abrechnung ist noch nicht gelöst. Die Chancen auf erweiterte TARMED-Positionen für MPA-Leistungen stehen nicht
gut ..... Vorläufig wird man die erweiterten MPA-Funktionen über Analogiepositionen im bisherigen TARMED-Tarif abrechnen.

Was genau ist unter "Analogiepositionen für MPA-Leistungen im TARMED-Tarif" zu verstehen und wie ist deren Abrechnung praktisch gedacht?

fzogg
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Re: Analogiepositionen für MPA-Leistungen im TARMED-Tarif

Beitrag von fzogg » So 16. Dez 2012, 22:58

Es gibt für die genannten neuen MPA-Leistungen keine Analogie-Positionen. Die Verrechnung von 00.00.10./20/30 setzt einen direkten ärztlichen Kontakt voraus.
Bisher sind für "nichtärztliches Personal" in der Grundversorger-Praxis nur folgende Positionen abrechenbar (ausser der venösen und kapillären Punktion):
00.0150 Antabusabgabe
00.0155 Methadon/Buprenorphin-Abgabe
00.0160 Überwachte Urinabgabe
00.0750 Injektion/Infusion durch nichtärztliches Personal
00.1345 Wundtoilette/Verbandwechsel
Frau Dr. med.
Franziska Zogg-Harnischberg
Allgemeinmedizin FMH
Poststr. 22
6300 Zug

Tel +41 41 711 45 66
Fax +41 41 712 08 65

Franziska.Zogg@hin.ch

Lüscher
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Re: Analogiepositionen für MPA-Leistungen im TARMED-Tarif

Beitrag von Lüscher » So 30. Dez 2012, 12:39

Eine weitere Position: 00.0855
Gefässzugang, periphervenös, jeder Zugang, durch nichtärztliches Personal

... und noch eine: 19.0170
Atemtest mit Harnstoff 13C zum Nachweis von Heliobacter pylori durch nichtärztliches Personal
(sic! "Beinhaltet die vollständige Abwicklung des Test wie:
- Vorbereitung inkl. Materialbestellung beim Labor und Einkauf Orangensaft;
- Aufklärung und Instruktion des Patienten;
- Durchführung Test mit Patient;
- Verpackung Testmaterial;
- Auftragserteilung an Labor")

Sorgen wir im übrigen dafür, dass ein ärztlicher Kontakt stattfindet - der darf sicher sehr kurz sein (in Sekunden, nicht in Minuten gemessen) - ähnlich wie gewisse Chefarztvisititen auf der Privatabteilung. Das wäre dann 00.0010.

Was danach auf der Rechnung steht, ist der Fantasie jedes Einzelnen überlassen. Da gibt es ganz offensichtliche Diskrepanzen ziwchen buchstabengetreuer und pragmatischer Anwendung des Tarifs - jedeR von uns kann im Praxisspiegel nachschauen, wie sich die Tarifanwendung über die Jahre verändert. Der Taxpunkt bleibt ja immer derselbe ...

Ich finde den Status quo nicht gar so schlecht. Wenn es mehr MPA-spezifische Positionen geben wird, werden wir diese anwenden müssen, auch wenn sie weder kostendeckend noch rentabel sind. Unsere Verhandlungspartner aufseiten Versicherungen werden schon dafür sorgen, dass die Bäume bei den MPA-Leistungen nicht in den Himmel wachsen.

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