PrimaryCare über "PrimaryCare"

Artikel der Zeitschrift "Primary and Hospital Care" können nun direkt dort diskutiert werden.

Moderator: markus.gnaedinger

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markus.gnaedinger
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PrimaryCare über "PrimaryCare"

Beitrag von markus.gnaedinger » Fr 11. Mai 2007, 16:21

PrimaryCare über "PrimaryCare"

In seinem Editorial beklagt Bruno Kissling das für die Zeitschrift schwieriger gewordene Umfeld. Mit dem vermehrten Engagement der SGIM sind auch Forderungen laut geworden, nach denen sich der Inhalt neu auch an die Spitalinternisten richten müsse. Zudem müsse die Zeitschrift selbsttragend sein, weniger Seiten umfassen, resp. teilweise nur noch elektronisch statt in gedruckter Version erscheinen:http://www.primary-care.ch/pdf/2007/2007-18/2007-18-180.PDF

Lüthi
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Beitrag von Lüthi » Fr 11. Mai 2007, 17:19

Ich fände es ein Armutszeugnis, wenn wir nicht inn der Lage sein sollten ein - möglichst wöchentlich erscheinendes - Sprachrohr in gedruckter Form herauszubringen (ein Beitrag im Forum lief einmal unter dem fragenden Titel "Grundversorger, indolent oder ein depressives Kollektiv").
Wir sollten doch weissgott in der Lage sein, dies allenfalls mit einem Abonnement zu unterstützen (wäre mir auf jeden Fall lieber als einige der aufdringlichsten Werbungen).
Ob und warum sich allerdings die Spitalinternisten in einer Zeitschrift, die sich gemäss Titel explizit an Grundversorger richtet, abgebildet sehen müssen, erschliesst sich mir nicht ganz.

Schilling Gerhard
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RETTET PRIMARY CARE !!!

Beitrag von Schilling Gerhard » Fr 11. Mai 2007, 20:45

PrimaryCare hat sich zu dem Sprachrohr und Identifikationsblatt von uns Grundversorgern emporgearbeitet. Ohne PrimaryCare hätte es nie einen 1.April 2006 gegeben! Was jetzt hinter den Kulissen abläuft ist ein Trauerspiel ohnegleichen und eine Schande für uns alle. Das unselige hin und her innerhalb der Herausgeberschaft und des KHM entspricht dem bisherigen Trauerspiel um eine einheitliche Grundversorgerstimme.

Mir platzt der Kragen, wenn ich höre, dass aus unserer standespolitischen Zeitschrift eine rentierende (Pseudo)-Fortbildungszeitschrift von Pharma-Gnaden werden soll, als ob wir nicht schon genug davon hätten. Was denken sich die Verantwortlichen eigentlich dabei? Was soll eine Fortbildung für Spitalinternisten in unserem Grundversorger Organ zu suchen haben?? Ich begreife die engagierte Redaktion um Bruno Kissling, dass sie mit solchen Plänen nichts anfangen kann, ich auch nicht!

Es ist höchste Zeit, dass wir Grundversorger nicht nur eine einheitliche Hausarzt-Gesellschaft gründen, sondern gleichzeitig auch PrimaryCare übernehmen und als standespolitisches Sprachrohr der neuen Gesellschaft etablieren, selbst wenn es allenfalls ein Sockelabonnement zwecks Unabhängigkeit dazu brauchen sollte. Nur so können wir unsere Leute motivieren, mobilisieren und PrimaryCare als massgebende, meinungsbildendes Stimme von uns Hausärzten gegen aussen auftreten lassen.

Also: sofortiger Stop des hinter den Kulissen ablaufenden Verscherbelns der Marke PrimaryCare und Rückbesinnung auf die Kernaufgaben dieser ausgezeichneten Zeitschrift. Übrigens: es gäbe durchaus ernstgemeinte alternative Angebote in unserem Sinn von (nicht genehmen) Verlagen!

Lüscher
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Beitrag von Lüscher » Sa 12. Mai 2007, 16:53

Ich finde es höchst bedauerlich, dass ein strukturelles Problem, welches die SGIM beschäftigt (beschäftigen muss), die Existenz des Primary Care, wie wir es kennen und schätzen, derart bedroht. Was soll das eigentlich? Via KHM ist die SGIM ein wenig an der Herausgeberschaft beteiligt, hat sich aber nie "richtig" engagieren mögen.

Es ist sicher ein Problem der SGIM-ler, dass sie mit den Spital-Internisten und den Hausarzt-Internisten zwei Populationen zu integrieren versuchen, die halt nicht die gleichen Interessen haben - dieses Problem bleibt, auch wenn man sich gegenseitig ehrlich wertschätzt! Abgesehen davon bräuchte es vielleicht auch einmal eine Flurbereinigung, indem Spitalinternisten in der ambulanten Versorgung nichts verloren hätten, wenn sie sich nicht die Aufgabe vorgenommen hätten, zukünftige Hausarzt-Internisten auch für ambulante Aufgaben mit auszubilden.

Wenn die Spital-Internisten ein politisches Organ brauchen, sollen sie eines kreieren - ich sehe zu wenig gemeinsame Interessen und zu viel Sand im Getriebe, wenn sie sich am Primary Care anhängen. Für die Fortbildung der Spital-Internisten gibt es vom NEJM über die Annals bis hin zu SMW und SMF weissgott genügend Angebote.

Also, liebe Primary Care-Redaktion: Auch ich bin gern bereit, ein Abo zu bezahlen, wenn Ihr dadurch so weiter arbeiten könnt, wie Ihr es bisher gemacht habt. Wirklich bedauerlich, die Zeit und Energie, die Ihr mit solchem Zeugs letztlich unproduktiv verbröselt!

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