Evidenz für Ernährungberatung bei DM Typ 2

Qualitätssicherung, Fortbildung, Forschung in der Hausarztpraxis / Assurances qualités, formation continue, recherche en médecine de famille

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Lüthi
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Evidenz für Ernährungberatung bei DM Typ 2

Beitrag von Lüthi » Di 4. Mai 2010, 09:46

Gibt es Evidenz dafür, dass die Verordnung von Ernährungsberatung bei Typ2-Diabetikerinnen/Diabetikern überhaupt von Nutzen ist ? (Testfragen lassen mich entschieden daran zweifeln).

markus.gnaedinger
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Es kommt darauf an...

Beitrag von markus.gnaedinger » Di 4. Mai 2010, 17:18

Habe PD Dr. Michael Brändle, Endokrinologe am KSSG auf Ihre Fragestellung aufmerksam gemacht.

Er verwies auf die Empfehlungen der Amerikanischen Diabetes-Gesellschaft:
General recommendations Medical Nutrition Therapy
● Individuals who have pre-diabetes or diabetes should receive individualized MNT as needed to achieve treatment goals, preferably provided by a registered dietitian familiar with the components of diabetes MNT. (A)
● Because it can result in cost savings and improved outcomes (B), MNT should be covered by insurance and other payors (E).


Das Problem liege vielmehr bei der Akzeptanz der Ratschläge und vor allem bei der Umsetzung der Empfehlungen. Das hat mit der Ernährungsberaterin meistens nicht sehr viel zu tun….

Weitere Argumente für die Ernährungberatung: Erfahrungsgemäss hat die Ernährungsberaterin deutlich mehr Zeit als der Hausarzt auf Ernährungsfragen einzugehen. Zudem ist das Wissen über die Ernährung und der Enthusiasmus mit der diese Inhalte an Mann/Frau gebracht werden nicht bei allen Ärzten gleich ausgeprägt.

Bei wenig motivierten Patienten könnte ich mir vorstellen, dass es einfacher ist, "Pillen" zu verschreiben, als den Lebensstil zu ändern. Dann hilft natürlich auch die Ernährungsberaterin nicht viel.

Lüthi
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Beitrag von Lüthi » Mi 5. Mai 2010, 07:34

Ich weiss, dass es klare Empfehlungen gibt und hoffe sehr, dass Patientenschulung (auch meine, für die ich viel Zeit investiere ) etwas nützt. Gerade deshalb bin ich überwiegend erschüttert, wenn ich versuche nachzuprüfen, was davon bei den Patientinnen und Patienten ankommt, haften bleibt und schliesslich angewendet wird.
Deshalb nochmals meine ketzerische Frage: gibt es Evidenz dafür, dass eine eigentliche Ernährungsberatung wirksam ist (und zum Endergebnis gehören eben Akzeptanz und Umsetzung ja eben auch dazu).

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