Hausärzte Schweiz gegen Praktische Ärzte?

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Moderator: crohrman

C.Huettenrauch
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Hausärzte Schweiz gegen Praktische Ärzte?

Beitrag von C.Huettenrauch »

Claudia Schoch berichtet in der NZZ heute:
Kritik an Bersets Lösung
Die Hausärzte wollen ab dem 1. Juli mehr verdienen; Berset schlägt den 1. Oktober vor.
Auch Hausbesuche sollen dabei besser honoriert und die Kinderärzte nicht benachteiligt werden.

"Der Verband der Hausärzte stellt sich gegen Zusatzleistungen an praktische Ärzte, da diese nicht über einen Facharzttitel verfügen.
Laut Müller muss die Besserstellung an eine sachlich ausgewiesene Qualifikation gebunden sein.
Nur mit einer hausärztlichen Weiterbildung sollen besondere hausärztliche Leistungen abgerechnet werden können.
Dieser Grundsatz entspreche anderen fachärztlichen Leistungen.
Schliesslich sollen Ärzte mit mehreren Titeln hausärztliche Zuschläge nur erhalten, wenn die ganze Konsultation als Grundversorger geleistet wird."
Quelle: http://mobile.nzz.ch/aktuell/schweiz/ha ... 1.18227973

Was bedeutet das?
Anscheinend möchte Hausärzte Schweiz nicht die Interessen der Praktischen Ärzte vertreten?
Anscheinend sieht man in der hausärztlichen Versorgung gleiche und weniger gleiche?
Anscheinend bewertet man selbe medizinische Leistungen unterschiedlich je nach Leistungserbringer?

Welche Folgen hat das?
Praktische Ärzte werden ihre identischen Praxiskosten wie Fachärzte in ihrer fachgruppengleichen Tätigkeit nicht abgebildet finden.
Berufserfahrung und berufliche Qualifikationen während langjähriger Berufsausübung schlagen sich nicht im Honorar nieder.
Die Initiative zur Unterstützung der hausärztlichen Versorgung läuft an dieser Kollegenschaft auch in Zukunft vorbei.

Das wäre bitter, sollte der Berufsverband auf siener Positionierung extern gegenüber Herrn Berset und intern gegenüber den Praktischen Ärzten mit langjähriger Berufserfahrung bestehen, honorarpolitische Unterschiede für die Zukunft machen zu wollen.
Das Engagement der Praktischen Ärzte wird sich reduzieren.
Sie würden ihre berfuspoititische Heimat nicht mehr in diesem Verband sehen.
Die Niveau und die Leistungsfähigkeit der hausärztlichen Versorgung würde auf Dauer differieren.
Ob das Gesetzgeber und Patienten sinnvoll finden?
:cry:
Mit freundlichen Grüssen, Claas Hüttenrauch

evkaiser
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Re: Hausärzte Schweiz gegen Praktische Ärzte?

Beitrag von evkaiser »

Sehr geehrter Kollege,
Hausärzte Schweiz setzt sich für eine hoch qualifizierte ärztliche Grundversorgung ein. Bei der Gründung wurden die Praktischen Ärzte eingeladen mitzumachen und sich einzubringen. Sie wollten nicht. Nun sind sie durch den Berufsverband nicht vertreten.

Tja, Mitglied sein Lohn sich. Eine gute Weiterbildung auch.
Eva Kaiser, Vorstand mfe «Hausärzte Schweiz»

gschilli
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Re: Hausärzte Schweiz gegen Praktische Ärzte?

Beitrag von gschilli »

Lieber Herr Kollege

unser Kampf von MFE für die Hausarztmedizin beruht unter anderem auch auf der Kernmessage, dass die Tätigkeit in unseren Hausarztpraxen an einem unselektionierten Krankengut und bei den vielen Polymorbiden ebenfalls eine hochqualifizierte Spezialdisziplin darstellt und den anderen Spezialisten durchaus ebenbürtig ist. Das beinhaltet daher automatisch auch eine mindestens 5-jährige Weiterbildung zum Facharzttitel AIM. Man kann politisch nicht auf der einen Seite Qualität für sich reklamieren und auf der anderen Seite dann gleich wieder Kompromisse bei der Weiterbildung machen, sonst ist man politisch unglaubwürdig.

Wir sehen, dass dies für gewisse praktische Ärzte teilweises ein Problem sein kann. Wer den Nachweis einer genügend langen Praxistätigkeit mit entsprechenden Weiterbildungen liefern kann, kann unter gewissen Bedingungen eventuell eine Anerkennung erreichen. Wem die notwendige Weiterbildungszeit fehlt, den möchten wir ermuntern, diese noch nachzuholen. Dabei gibt es durchaus auch gute berufsbegleitende Möglichkeiten wie zB ein supervisionierte Praxisassistenz bei einem entsprechend zertifiziertem Lehrarzt. Im neuen AIM-Curriculum können bis zu 2 Jahren Praxisassistenz für den Facharzttitel anerkannt werden.

Im übrigen können alle praktizierenden med.pract. wie bisher weiterhin alle Tarmedposition mit der Dignität "alle" abrechnen. Ohne fundierte Weiterbildung und permanente Fortbildung (wie für den Facharzttitel verlangt), ist bei der heutigen Komplexität der Medizin die notwendige Qualität nicht in jedem Fall garantiert.

Lüscher
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Re: Hausärzte Schweiz gegen Praktische Ärzte?

Beitrag von Lüscher »

Mit Bezug auf http://www.forum-hausarztmedizin.ch/bb/viewtopic.php?f=52&t=1614 möchte ich hier schon zu bedenken geben, dass die Berechtigung zur Abrechnung von Kapitel 40 ein schwieriges Thema ist.

Es ist aber symptomatisch für das "Qualitätsbewusstsein" der Schweizer Aerzteschaft. Man hat es in der Vergangenheit nicht geschafft und schafft es auch heute nicht, solche Berechtigungen aufgrund einer gemessenen Qualität der Tätigkeit am Patienten zu vergeben, sondern es geht immer um formale Voraussetzungen (Facharzttitel X, Fähigkeitsausweis Y, Fertigkeitszertifikat Z), die quasi als Surrogatmarker der erforderlichen Qualität dienen - wobei dann verzerrend auch immer noch Besitzstandsgarantien dazukommen, ohne die solche Regelungen nie und nimmer akzeptiert würden.

Kollege housedoc droht hier tatsächlich zwischen Stuhl und Bank zu geraten, weil es offenbar keinen anderen als den Weg über die formale Anerkennung qua erwähnte Surrogate gibt. Wäre es nicht bedenkenswert, einen Weg via "Tatbeweis" und Anerkennung desselben ad personam für solche Fälle vorzusehen?

C.Huettenrauch
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Qualitätsversprechen vs Kostenstrukturen...

Beitrag von C.Huettenrauch »

Gestern sind die ersten Flyer und Plakate der Aktion "JA zur medizinischen Grundversorgung" in der Praxis eingetroffen.
Mit zeitgemässem Auftritt wird parallele online www.hausarzt-ja.ch geschaltet.
Aus den wohlformulierten Rückmeldungen von Frau Kaiser und Herrn Schilling kann leider nur festgestellt werden, das Hausarzt Schweiz den Praktischen Ärzten auf der Kostenseite keine Parität zubilligen möchte - aufgrund angeblicher Qualifizierungs-Unterschiede bei "fehlender Facharzt-Bezeichnung".

Lässt man einmal die -sehr wohl oft vergleichbaren bzw darüber hinausgehenden- Weiterbildungs-Gänge zum Hausarzt beiseite, sollte festgehalten werden, dass die überwiegend gleichen und relevanten Kostenstrukturen hausärztlicher Tätigkeit sowohl bei Fachärzten wie bei Praktischen Ärzten aussen vor gelassen werden. Das ist mehr als bedauerlich und führt dazu , dass Praktische Ärzte derzeit kaum eine Motivation darin sehen können, für die durchaus professionell anmutende Kampagne von Hausärzte Schweiz eintreten zu sollen.
Prinzipiell bestehr eigentlich deckungsgleiche Auffassung in der Notwendigeit von Primary Care, jedoch werden die Interessen der Praktischen Ärzte, bei der Kostensituation besser und notwendig gestützt zu werden, bei den angestrebten Kampagnen-Zielen aussen vorgelassen. ..

Grundsätzlich sollte man -neben dem Benefit der Fachgruppe für die Allgmeinheit und den Wähler individuell- nämlich von äjhnlichen Kostenstrukturen der hausärztlichen Praxen ausgehen können, die die Berufsgruppe in ihrer freiberuflichen Tätigkeit faktisch ohne grössere Differenzen betrifft, sieht man von regionalen, kantonalen Unterschiden ab. Die Vorhaltung der medizinischen Grundversorgung wohnortnah kostet eben Ressourcen - gleich ob beim Facharzt oder beim Praktischen Arzt....

Quintessenz: Der Berufsverband wäre gut beraten, auf Dauer diese für ihn durchaus wichtige und relevante Teilgruppe nicht in der hausärztlichen Versorgung und der Interessenvertretung auszublenden. Für dieses mal dürften sich wahrscheinlich kaum Praktische Ärzte finden, bei der Kampagne, die ihre Interessen nicht berücksichtigen will, mitzumachen..
Hausärzte Schweiz könnte sich als Goodwill zB in der Zukunft bei der Fachgesellschaft dafür einsetzen, das Anerkennungsverfahren für vergleichbare Abschlüsse und Qualifikationen der Praktischen Ärzte bei Mindestweiterbildungszeiten, ggf. ausländischen Diplomen, langjähriger Berufausübung usw vereinfacht bescheinigungsfähig zu machen.

Auf Dauer wird man nicht umhin kommen, schon das pure "Vorhandensein von Hausärzten" als Qualitätsmerkmal für sich anzuerkennen.
Reihenweise gehen bekanntermassen mittlerweile Kollegen in den verdienten Ruhestand und müssen ihre langjährig betriebenen Praxen bedauerlicherweise leer stehen lassen. Da sollten die (noch vorhandenen) Praktische Ärzte als ein Pfund wahrgenommen werden, die Zukunft der medizinischen Grundversorgung sichern zu helfen.
Mit freundlichen Grüssen, CH

evkaiser
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Re: Hausärzte Schweiz gegen Praktische Ärzte?

Beitrag von evkaiser »

Sehr geehrter Herr Hüttenrauch,
Tatsache ist, dass die grosse Mehrheit der Schweizer Hausärztinnen und Hausärzte Facharzt-Titelträger sind. Für die Fachärtzte mit einem deutschen Allgemeinmedizin-Diplom ist die Hürde zum Schweizer Diplom FMH AIM leider gegeben aber auch nicht unüberwindbar. Wie auschlaggebend dieses Problem ist und wie man dem begegnen könnte, ist Teil meiner aktuellen Abklärungin im SIWF.
Sie sehen also: wir arbeiten daran!

Eine weitere Tatsache ist aber auch, dass die aktuelle Abstimmungskampagne unabhängig von dieser Thematik ist.

Herzlich,
Eva Kaiser, Vorstand Hausärzte Schweiz
Eva Kaiser, Vorstand mfe «Hausärzte Schweiz»

C.Huettenrauch
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Re: Hausärzte Schweiz gegen Praktische Ärzte?

Beitrag von C.Huettenrauch »

Grüetzi Frau Kaiser,
selbstverständlich werde ich Hausärzte Schweiz in der Sache für die Hausärzte auch weiterhin voll unterstützen. Ich erklärte dies auch im QZ von Säntimed diese Woche. Unabhängig davon, dass meine Person mehr als 6 Jahre Weiterbildung in diversen Fächern absolviert hat und über 14 Jahre berufserfahrung als niedergelassener Hausarzt verfügt. Es geht ja um die Sache an sich. Meine Intervention bezog sich nur darauf, wie man die gesamte Hausärzteschaft mobilisieren und motivieren kann. Zudem wäre es vermutlich überlegenswert, zu schauen, wo für den Nachwuchs die Anforderungen viell. reduziert werden können bzw die Ansprüche abgerüstet werden, um sie aus dem Spezialisten-Lager am Spital in die Flächenversorgung zu motivieren. Das Berufsfeld als Generalist ist auch für die junge Generation interessant und ein persönliches Wachstumsfeld. Wenn nun die Gesellschaft ein pos. Signal setzt und gar bereit ist, einen verfassungsrang einzuräumen, kann die Innere und Allgemeine Medizin nur gewinnen und ihr Potential zur Wertschöpfung für den gesundheitsbereich entfalten. Die Akzeptanz wird die Initiative sicherlich fördern. In diesem Sinne alle Kräfte für die Abstimmung bündeln - auch bei uns in SG! MfG, Claas Hüttenrauch

evkaiser
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Re: Hausärzte Schweiz gegen Praktische Ärzte?

Beitrag von evkaiser »

Eine Reduktion der Qualitätsansprüche wird den Hausarztberuf nicht attraktiver machen, im Gegenteil. Was die jungen Mediziner interessiert, sind ja eben die Ansprüche, das Prestige und die Karriere-Möglichkeiten einer Fachrichtung. Und damit verbunden natürlich auch die Verdienstmöglichkeiten. Qualität soll sich auszahlen!
Jetzt kann man auch als Hausarzt eine Universitäts-Karriere machen! Das macht den Hausarztberuf spannend. Er ist der Spezialist fürs Komplexe!
Ärzte mit einem gut fundierten Curriculum sollen sich von solchen absetzen, die nach nur 2 oder 3 Jahren Arbeit irgendwo nach ihrem Staatsexamen einen Titel als "Praktischer Arzt" erhalten (Eurodoc).

Darum eine Bitte an alle Kolleginnen und Kollegen, die als Eurodoc eingestuft werden aber ein Curriculum haben, welches in etwa dem des Schweizer Facharzt AIM entspricht: beantragen Sie den Titel bzw. lassen Sie sich vom SIWF zusammenstellen, was Ihnen zum Titelerwerb noch fehlen würde. Durch die Anzahl der Anträge entsteht ein besserer Überblick über die Realität und damit vielleicht ein gewisser Handlungsdruck!
Eva Kaiser, Vorstand mfe «Hausärzte Schweiz»

Lüscher
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Re: Hausärzte Schweiz gegen Praktische Ärzte?

Beitrag von Lüscher »

Ich unterstütze diesen Ansatz, wenn es dem SIWF gelingt, zwischen Formalismen, die es im Interesse von Rechtssicherheit und Gerechtigkeit auch braucht (darin sind sie im operativen Geschäft sackstark) und gemessener, vielleicht auch gefühlter Qualität einen guten Weg zu finden.

M.a.W. sollten wir eine Qualität anstreben, die sich in den Niederungen des Alltags bewährt und belegen lässt (ohne die Bürokratie noch mehr aufzublasen) und nicht einfach eine Abwehrmassnahme derjenigen ist, die ihren Besitzstand verteidigen zu müssen glauben.

Ich warne aber vor Illusionen, was den Preis der Qualität betrifft. Die Kindergärnterinnen glaubten auch, sie würden besser entlöhnt, wenn sie auf Fachhochschul-Niveau ausgeblidet würden statt in Seminarien. Sie warten immer noch auf die erhoffte monetäre Anerkennung, die bei leeren Staatskassen weiterhin ausbleiben wird. Wir müssen froh sein, den Preis bei steigenden Erwartungen an die Qualität halten zu können. Nicht zu vergessen sind unsere Freunde Spezialisten, die machen ja bereits Werbung, dass man mit Knieschmerzen günstiger fahre, wenn man zum Orthopäden oder Rheumatologen gehe, weil die Kons bei uns teurer sei ...

ccao
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Re: Hausärzte Schweiz gegen Praktische Ärzte?

Beitrag von ccao »

Seien wir doch mal ehrlich: Es gibt halt Hausärzte und Hausärzte. Solche, welche jahrelang an A-Kliniken gearbeitet haben, vielleicht sogar in Oberarztfunktion, und solche, welche einen bunten Mix an Kurz-Aufenthalten an Regionalspitälern in den unterschiedlichsten Disziplinen vorzuweisen haben bzw. gar nur eine Minimal-Weiterbildung von 2 Jahren.
Und beide bekommen gleich viel Geld für eine Konsultation. Ist das angemessen?

Bei einer relevanten Erkrankung bevorzuge ich als Patient die Kollegin bzw. den Kollegen mit Facharzttitel und langjähriger A-Spital-Erfahrung.

Eine einfache Qualitätsmassnahme wäre es, wenn jeder Arzt sein CV online stellen würde - dann kann jeder Patient für sich selber entscheiden, ob ihm die zwei Jahre Minimal-Weiterbildung seines Hausarztes reichen oder ob er nicht doch lieber zum Internisten mit mehrjähriger A-Klinik-Erfahrung will.

Leider wurde der sehr gute Vorschlag des Kollegen Canonica aus dem Jahr 2005 http://www.saez.ch/docs/saez/archiv/de/2005/2005-09/2005-09-1222.pdf nie umgesetzt: Abgestufte Taxpunktwerte.

Lüscher
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Re: Hausärzte Schweiz gegen Praktische Ärzte?

Beitrag von Lüscher »

Den Aspekt "A-Klinik" finde ich hochinteressant - ich habe auch an einer A-Klinik Weiterbildung genossen, dazu noch an der A-Klinik, die in den 90er Jahren in der Beurteilung der Assistenten immer obenaus schwang; zuvor habe ich an einem Landspital gearbeitet, anfangs mit Chefarzt im Teilpensum und daneben Hausarztpraxis, der im Verlauf zum Vollamtlichen befördert wurde, was das Rating von C auf B2 anhob. Und an einem nicht gerateten Landspital in Afrika zusammen mit einem Kollegen mit medizinischer Letztverantwortung für 180 Betten. Ich habe an allen drei Orten - und an einigen mehr - sehr viel Nützliches für die Hausarztpraxis gelernt, total etwa 50% dessen was ich jetzt kann und auch brauche; die anderen 50% waren learning by doing in der (eigenen) Praxis, jetzt auch durch Austausch mit den Kollegen in der Gruppenpraxis.

Der geneigte Leser merkt etwas: Das mit der A-Klinik ist keine hinreichende Voraussetzung (was sogar dafür sprechen könnte, dass der A-Internist, der nichts anderes gesehen hat, auch nicht optimal weitergebildet ist!), und deshalb "ceterum censeo": Nicht Formalismen, sondern die täglich an der Front erbrachte Qualität ist entscheidend; die sytematisch zu messen ist heutzutage nicht möglich, und deshalb müssen wir uns bewusst sein, dass wir in diesem Zusammenhang lediglich Surrogatmarker beurteilen. Deshalb halte ich es für problematisch, den Taxpunkt einfach an die Dauer der Weiterbidlung oder die Anzahl A- Jahre zu koppeln.

P.S. Mein Kurz-CV ist online - ich bilde mir nichts drauf ein, bin einfach so geworden.

ccao
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Re: Hausärzte Schweiz gegen Praktische Ärzte?

Beitrag von ccao »

Natürlich haben Sie recht - die Geschmäcker sind verschieden - und jeder Patient soll sich seinen Arzt selber aussuchen und selber entscheiden ob ihm dessen Weiterbildung passt oder nicht.
Ich persönlich möchte meine A-Jahre nicht missen - vielleicht nicht soviel Praktisches für das Hausarzt-Dasein gelernt - dafür viele Krankheiten gesehen, auch seltene, viel gelernt bezüglich Bewertung von Evidenz, strukturiertes Denken. Aber genausogut kann man natürlich schlechte A-Jahre erleben. Vielleicht habe ich auch Glück gehabt (oder leide an nostalgischer Verklärung :D )
Wenn man kritisch anmerken möchte, könnte man natürlich sagen, wenn 50% des Hausarzt-Könnens durch learning by doing angeeignet werden können bzw. müssen, steht es entweder schlecht um die Weiterbildung zum Hausarzt, oder man braucht für 50% der HA-Tätigkeit weder Studium noch Weiterbildung, sondern Intuition und Charakter - was vielleicht sogar hinkommt. Und Empathie...

Lüscher hat geschrieben:Den Aspekt "A-Klinik" finde ich hochinteressant - ich habe auch an einer A-Klinik Weiterbildung genossen, dazu noch an der A-Klinik, die in den 90er Jahren in der Beurteilung der Assistenten immer obenaus schwang; zuvor habe ich an einem Landspital gearbeitet, anfangs mit Chefarzt im Teilpensum und daneben Hausarztpraxis, der im Verlauf zum Vollamtlichen befördert wurde, was das Rating von C auf B2 anhob. Und an einem nicht gerateten Landspital in Afrika zusammen mit einem Kollegen mit medizinischer Letztverantwortung für 180 Betten. Ich habe an allen drei Orten - und an einigen mehr - sehr viel Nützliches für die Hausarztpraxis gelernt, total etwa 50% dessen was ich jetzt kann und auch brauche; die anderen 50% waren learning by doing in der (eigenen) Praxis, jetzt auch durch Austausch mit den Kollegen in der Gruppenpraxis.

Der geneigte Leser merkt etwas: Das mit der A-Klinik ist keine hinreichende Voraussetzung (was sogar dafür sprechen könnte, dass der A-Internist, der nichts anderes gesehen hat, auch nicht optimal weitergebildet ist!), und deshalb "ceterum censeo": Nicht Formalismen, sondern die täglich an der Front erbrachte Qualität ist entscheidend; die sytematisch zu messen ist heutzutage nicht möglich, und deshalb müssen wir uns bewusst sein, dass wir in diesem Zusammenhang lediglich Surrogatmarker beurteilen. Deshalb halte ich es für problematisch, den Taxpunkt einfach an die Dauer der Weiterbidlung oder die Anzahl A- Jahre zu koppeln.

P.S. Mein Kurz-CV ist online - ich bilde mir nichts drauf ein, bin einfach so geworden.

M.D.
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Re: Hausärzte Schweiz gegen Praktische Ärzte?

Beitrag von M.D. »

Liebe Kollegen,

ich denke, es ist wichtig an diesem Punkt die Diskussion wieder auf die Sacheben zurückzubringen. Wir alle sind Hausärzte und sollten viel mehr das Gemeinsame, als das Trennende betrachten.

Wenn bei "Hausärzte Schweiz" zum "Kapitel 40" zu lesen ist:


Das vorgeschlagene Kapitel 40 bringt im Wesentlichen folgende sechs Neuerungen:

die halbierten letzten 5 Minuten fallen weg;
es werden sog. Marker (Referenzleistungen) eingeführt, die zum Teil mit Grundtaxen versehen sind;
die Dignität FMH 5 erhält den Faktor 1.0 (als FMH 5+ bezeichnet) anstatt wie bisher 0.905;
ein Marker „extra“ wird eingeführt für Leistungen, die vom Patienten am gleichen Tag verlangt und innerhalb der Praxisöffnungszeit durchgeführt werden;
Leistungspositionen mit Zusatzinformation;
der Status wird neu aufgeteilt in „kleiner Organstatus“ (8 Minuten), „mittlerer Organstatus“ (16 Minuten) und „grosser Organstatus“ (24 Minuten).


So muss man meines Erachtens unterscheiden zwischen neuen Tarmedpositionen im Kapitel 40, die die typischen Abläufe einer jeden Praxis wiederspiegeln (Beispielsweise den vom Patienten taggleich verlangten Leistungen oder den neuen Abstufungen des Organstatus. Da diese Leistungen ausschliesslich ablaufbezogen sind, wäre hier ein Ausschluss der "Praktischen Ärzte" von der Abrechnung weder sachgerecht noch rechtlich zulässig!

Wenn Hausärzte Schweiz der Meinung ist, dass eine "qualifikationsgebundene Differenzierung" der Leistungsbewertungen von diesen neuen TARMED Positionen notwendig sei, so könnte man an dieser Stelle allenfalls eine Bewertungsdifferenzierung über die Dignität FMH5 akzeptieren.

Anders ausgedrückt:

Der Lösungsansatz wäre:
ALLE Grundversorger dürfen die Ziffern des Neuen Kapitel 40 abrechen und die Grundversorger mit Dignität FMH5 erhalten diese Abrechnungspositionen mit Faktor 1.0 statt 0.905 bewertet.

So könnte man die Kuh ganz pragmatisch und vor allem undogmatisch vom Eis holen und es gäbe keine Verlierer bei der Sache. Hausärzte Schweiz würde in diesem Falle auch tatsächlich alle Hausärzte einschliesslich der "Praktischen Ärzte" vertreten und damit seinem Namen zur Ehre gereichen! Innerärztliche Grabenkämpfe führen zu nichts, freuen aber ungemein die Gesundheitspolitiker...

freundliche kollegiale Grüsse

Martin Dieudonné

C.Huettenrauch
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Re: Hausärzte Schweiz gegen Praktische Ärzte?

Beitrag von C.Huettenrauch »

Lüscher hat geschrieben:.. M.a.W. sollten wir eine Qualität anstreben, die sich in den Niederungen des Alltags bewährt ...


Hausärzte Schweiz berichtet im aktuellen Primary Care aus der Tarifkommission. Petra Seeburger interviewt unter der Überschrift "TARMED-Anpassung war überfällig - Tariferhöhungen per 1. Oktober 2014" Heidi Zinggeler Fuhrer und Rolf Temperli.
Darin wird erkennbar , für wen Hausärzte Schweiz honorarpolitisch weiterhin verhandelt - nicht für die Praktischen Ärzte?
Vorgetragene Argumente im Hausarztforum wurden damit offensichtlich bisher nicht aufgenommen.
Praktische Ärzte leisten aus Sicht von Hausärzte Schweiz anscheinend keinen Beitrag für eine hochqualifizierte Grundversorgung.
Das würde in den Kantonen SG, AG, TG, AR-IR, GR. ca 300 Kollegen betreffen.
Eine Schwächung für die Einheit der hausärztlichen Grundversorger?

Mit freundlichen Grüssen, CH

Der Bundesrat verordnete erstmals per subsidiäre Kompetenz eine Tariferhöhung für die Haus- und Kinderärzte. Er löst damit einen Teil der Versprechen aus den Masterplanverhandlungen ein und anerkennt den Stellenwert der Kinder- und Hausarztmedizin. Die beiden Leiter der Tarifkommission, Heidi Zinggeler Fuhrer und Rolf Temperli, erklären, wieso der Hausärzteverband die Verordnung zwar begrüsst, aber auch Defizite bemängelt.

Frau Zinggeler und Herr Temperli, die bundesrätlich verordnete Tarifanpassung stellt die Hausärzte endlich besser. Sind Sie zufrie­den?
Rolf Temperli: Grundsätzlich ja. Die politischen Instanzen scheinen nun gewillt zu sein, schnell zu handeln, damit die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung auch morgen noch sicher gestellt ist. Ein erster Schritt ist gemacht. Langfristig ist aber ein neuer sachgerechter Tarif zentral.

Gemäss Bundesrat gibt es nun einen Zuschlag für hausärztliche Leistungen in der Praxis von 10 Taxpunkten. Wieso sind Sie also nicht vollumfänglich zufrieden?
Heidi Zinggeler: Die Verordnung ist ein erster Schritt. Mutig wäre es gewesen, den Haus- und Kinderärzten die lang vorenthaltene Besserstellung ohne Wenn und Aber zu gewähren und auf die geforderte Kostenneutralität mindestens vorläufig zu verzichten. Der Auftrag des Stimmvolkes ist klar: Sicherstellung einer qualitativ hochstehenden medizinischen Grundversorgung, in der die Haus- arztmedizin eine zentrale Stellung hat.

Was wollten Sie in der Verordnung noch anpassen?
Heidi Zinggeler: Die hausärztliche Leistung soll aufgewertet werden. Dazu gehören insbesondere auch die Hausbesuche und die pädiatrischen Vorsorgeuntersuchungen, welche der Bundesrat nun von der Besserstellung ausschliesst. Ein offensichtlicher und stossender Fehlentscheid.

Zudem forderten wir, dass die Zusatzposition nur von Fachärzten AIM und KJM und nur bei einer hausärztlichen, nicht aber bei einer Spezialisten-Konsultation angewendet werden kann. Nur so wird die hochqualifizierte medizinische Grundversorgung gefördert.

Mit dem Zeitpunkt des Inkrafttretens ist «Hausärzte Schweiz» nun aber einverstanden?
Rolf Temperli: Haben wir eine Wahl? Besser am 1. Oktober als gar nie. Allerdings war die Besserstellung im Masterplan per 1. Juli 2014 vorgesehen. Währen die einen von der verspäteten Einführung profitieren, müssen die Haus- und Kinderärzte auf 50 Mio. CHF verzichten. Auch diese Tatsache gilt es in den weiteren Verhandlungen um die Tarifrevision zu berücksichtigen.
...
Rolf Temperli: Die Tariferhöhung erfolgt explizit mit einem Zuschlag für hausärztliche Leistungen in der Arztpraxis. Die Spitalambulatorien sind davon ausgenommen. Diesen Entscheid halten wir für richtig. Spitäler erbringen zwar viele notfallärztliche und ambulante, aber aus unserer Sicht keine explizit hausärztlichen Leistungen wie die Langzeitbetreuung. Für juristische Fragen sind wir nicht zuständig. Kläger wie Beklagte werden sich ihre Argumente zurecht gelegt haben ...


http://www.primary-care.ch/docs/primary ... -00717.pdf

C.Huettenrauch
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Berner Neurologen gegen med pract (und indirekt HÄ Schweiz?)

Beitrag von C.Huettenrauch »

Sehr geehrte^Kollegen

man ist sprachlos, wenn man liest, was im SAEZ so gegen die Praktischen Ärzte geschrieben wird.
Aktuell ein offener Brief der Berner Neurolgen, die sich bei dem Herrn BR Berset über den adminsitrativen Eingriff beschweren, dass
Praktische Ärzte "bevorzugt" würden.. S. im folgenden unten.
Man muss leider konstatieren, dass Teile der Argumentation Hausärzte Schweiz gegen die praktischen Ärzte aufgenommen wurden.
Abgesehen davon, dass es hier zunächst die Praktiker sind, die angegenagen werden, wird man absehbar sehr wahrscheinlich erwarten können, dass auch die FÄ für Allgemeine und Innere Medizin in den Fokus der spezialistischen Kritik rücken können.
Hausärzte Schweiz sollte sich überlegen, wie sie mit den Praktischen Ärzten umgehen. Wie kann primäre Grundversorgung funktionieren, wenn diese Gruppe von Hausärzten ausgeschlossen werden ? Es reicht vermutlich nicht, die Praktiker auf "ihren" www.fmp-net.ch/de/ zu verweisen, da die Hausärzte als Grundversorger sonst aufgesplittet werden, was einer mittel- und langfristigen Kompensation ihrer unternehmerisch gleichen Kosten-Situation auf Dauer abträglich sein könnte.
Die Worte von Herrn Müller im Editorium "Endlich oder doch nicht?" in Primary Care,
http://www.primary-care.ch/docs/primary ... -00759.pdf,
zeigen derweil eine ambivalente Situation vor dem beabsichtigten Oktober-Start-Termin sowie der Tarmed-Revision. Es verheisst nichts gutes. ...
Mit freundlichen Grüssen, CH

"Offener Brief der Berner Neurologen an Bundesrat Alain Berset

Sehr geehrter Herr Bundesrat
Seit dem 14.6.2014 ist es amtlich:
Ärzte in der Grundversorgung ohne FMH Titel oder Äquivalent werden per 1.10.2014 mit 10 Taxpunkten Konsultationszuschlagnach jeweils gültigem kantonalem TARMED-Tarif honoriert und gefördert.
Dies ist ein Affront gegen die Grundversorger mit FMH-Titel und gegen die FMH, standeseigene Hüterin der Aus, Weiter und Fortbildung.
Es ist auch eine Bankrotterklärung für das SIWF(Schweizerisches Institut für ärztliche Weiter und Fortbildung), das über unsere Weiter und Fortbildung wacht.
Mit dem Entscheid vom 14.6.2014 wird die Neurologie einer empfindlichen Tarifreduktion unterstellt.
Dies wurde entschieden, obschon die Schweizerische Neurologische Gesellschaft Sie eindringlich darauf hingewiesen hatte, dass das Einkommen der Neurologen bereits jetzt deutlich (5–15,5 Prozent) unterhalb des Einkommens der Grundversorger liegt:
Der Konsultationszuschlag für die Grundversorger wird u.a. über eine Tarifreduktion von 8,5% in der ambulanten Neurologie finanziert, dies bei den sogenannten technischen Leistungen.
Bei einem Unkostensatz von 66% (ROKO, laufende Studie über rollende Kosten in Arztpraxen) bedeutet dies für die Praxisinhabenden eine Lohnreduktion von 25,5% auf dem betroffenen Umsatzanteil, sofern nicht der Lohn der MPA, die Miete, die Informatikdienstleistungen, das Porto etc. um 8,5% gekürzt werden können.
Dieser Vorgang ist für uns nicht hinnehmbar.
Die Ausführungen des BAG begründen die Massnahme mit der Förderung der intellektuellen Leistung des Arztes zu Lasten «technischer Verfahren».
Sogar neurologische Tarifpositionen, die die spezifische intellektuelle Leistung honorieren, werden nun aber im sogenannten «technischen Anteil» von ca. 50% der Tarif¬reduktion von 8,5% unterstellt.
Das empfinden wir – häufig als «intellektuelles Fach» bezeichnet – als den Gipfel des Zynismus.
Welche Zukunft für die jungen Grundversorgerinnen und Grundversorger, deren Bereitschaft für eine gute Weiterbildung von Bundesrat und Parlament so gering geschätzt wird?
Welche Zukunft für die jungen Neurologinnen und Neurologen in Ausbildung?
Wir bitten Sie in aller Form, diesen Entscheid zukorrigieren.
Wir bitten die FMH um entschiedenes Vorgehen auf allen Ebenen.
Wir bitten die Schweizerische Neurologische Gesellschaft um Nutzung aller Mittel in der Absicht, dieses Unrecht vor dem 1.10.2014zu korrigieren, unter Einbezugaller in der Neurologie Tätigen.
Wir bitten die SIWF, diese Missachtung ihrer Tätigkeit nicht auf sich sitzen zu lassen – gute Ausbildung dient in erster Linie unseren Patienten, sollte sich aber auch für die Ausbildungswilligen lohnen.
Wir Neurologen begrüssen die Besserstellung der gut ausgebildeten Grundversorger vorbehaltlos, mit denen wir ja eine enge Zusammenarbeit pflegen.
Wir fordern aber den Erhalt einer Grundversorgung auf dem Niveau FMH-Titelträger oder äquivalent und verurteilen die amtlich verordnete Absenkung der Anforderungen.
Die aktive Förderung von Nichttitelträgern ist ein fatales Signal!
Im Ergebnis heisst die wohlgemeinte und grundsätzlich begrüsste Förderung der Grundversorgung durch Sie und das Parlament für uns in der Neurologie: Schlechterstellung der Schlechtergestellten zugunsten der Bessergestellten und Missachtung der Ärztlichen Weiterbildung im Rahmen behördlicher Willkür.
Die Neurologinnen und Neurologen
(Kantone: Bern, Fribourg, Solothurn, Neuchâtel)
Dres. med.,
Mitglieder SNG und FMH,
Mitglieder Berner Neurologen und Neurochirurgen
Verein BNNV:
Hanspeter Ackermann, Thun;
Andreas Baumann, Langenthal;
Thomas Baumann, Bern;
Barbara Bulambo, Fribourg;
Irene Carletti, Bern;
FilippoDonati, Biel;
Nina Fravi Vogt, Bern;
CatherineFriedli, Bern;
PierreFriedli, Bern; Jürg Fritsch

http://www.saez.ch/de/aktuelle-ausgabe/ ... e-uns.html

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